Emotionen

Am Samstag abend endlich wieder einmal Party gemacht. Seit diesem Tag weiß ich auch, dass man Schuhe durchtanzen kann. Zu allem übel waren sie noch relativ neu. Aber eine Abtanzgarantie war leider nicht drauf.

Trotzdem hatte ich einmal wieder, den Umständen entsprechend, ein Stück weit  Spaß. Viele Leute  brachten es ein paar Mal fertig mich so zum lachen zu bringen, dass ich weinen musste.  Und Ramazotti tat sein übriges dazu, dass ich auch vergessen und abschalten konnte. Jaja, der liebe Alkohol. 

Ganz zu schweigen von meinen Freunden. Natürlich redet keiner mehr davon. Hinterfragt keiner mehr. Ich weiß, das sie mich nicht verstehen. Mein Verhalten nicht begreifen.  Und ich weiß schon, dass sie sich ihren Teil darüber denken.  Es wurde ja schon viel gesagt, geredet, spekuliert, angezweifelt.  

Gut, sie lassen mich damit in Ruhe und das ist auch gut so. Ich kann es eh immer noch nicht begründen und selbst begreifen.  

Zuhause läuft jetzt alles in geregelten Bahnen. Seit Opa gestorben ist, wenn man es genauer  nimmt. 

Mein Vater unternimmt sehr viel mit den alten Herren. Das freut mich, denn ich dachte, nach dem Tod meiner Mutter kommt er gar nicht mehr raus. So geht er jetzt zum Kegeln, angeln und hat seinen Stammtisch.  Das nächste Wochenende macht er wohl einen Tagesausflug in die Pfalz. 

Oh, ja, es ist so ruhig geworden. 

Ich habe endlich wieder viel mehr Zeit. Endlich! Und jetzt weiß ich irgendwie nichts mehr damit anzufangen.

Ich ertappe mich dabei, dass ich sehr oft darüber nachdenke, was „er“ jetzt wohl gerade macht. Wie es ihm wohl geht? 

Am Telefon hörte er sich sehr gut an, gefasst, gut drauf, lachend, humorvoll.  Ja, ich bin froh, dass es ihm gut geht, dass es ihm nicht scheiße geht. Das er tolle Freunde hat. Und die hat er ohne Zweifel.   

Außerdem hat er eine wunderbare Tochter! Wie habe ich immer zu ihm gesagt. „Er solle soviel Zeit mit ihr verbringen, wie es geht.“ Und wenn er bei ihr ist, dann genießen es wohl beide sehr! Schön!  

Eine Freundin /Frau an seiner Seite zu haben kann begrenzt sein, aber eine Tochter zu haben heißt ein Leben lang jemanden zu lieben.  

 Ich habe es immer sehr genossen, wenn er mir von der Zeit mit der Kleinen erzählte.

Er hörte sich dabei so richtig glücklich an. Oh, ja, was habe ich gesagt, diese Zeit , wo sie heranwächst, ist so bedeutsam und wichtig.  Ich wünsche ihm, dass er noch ganz viel  und mehr Zeit mit ihr verbringen wird. 

Komisches Gefühl. Jeden Tag geredet mit ihm , jeden verdammten Tage mehrmals am Tag sogar. 

Und jetzt, keine vertraute Stimme mehr.  

Ja, was soll ich sagen, er fehlt mir. 

Natürlich kommen wieder Zweifel auf. Eigentlich passen wir wirklich gut zusammen. 

Aber trotzdem denke ich, dass die Zeit des Wartens  einfach schon zu lange war. 

Ich kann und darf ihn doch nicht immer hinziehen. Nein, das wollte ich einfach nicht mehr.  Das hat er einfach nicht verdient.  

Wenn ich jetzt wieder so schreibe, dann wird mir ganz warm ums Herz. Ja, ich denke an ihn, und das immer noch voller Liebe, so voller verdammter tiefer und großer Liebe.   

Hätte dieser Abschnitt nicht doch besser unter der Kategorie „Liebe“ gepasst?  

Ich kann es im Moment drehen und wenden, egal mit was ich beginne, an dessen Ende steht immer ein Gedanke und das ist der Gedanke an ihn.  Und meine Stimmung beschreibt genau diesen Gedanken auf  eine spezielle  Art und Weise die alle Emotionen beinhaltet.

9.9.08 08:02

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Mel (10.9.08 07:25)
Party ist gut. Du hast meine Bi-Freundin geknutscht und das auf der Tanzfläche vor aller Augen in aller Öffentlichkeit. Showreif das Ganze, hat nur noch der Vorhang auf gefehlt.

Was Alk alles anrichten kann.

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